Emil Sänze

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Diskursatlas Klassismus
Diskursthema:
Politik/Demokratie
Bildung/Sprache Arbeit/Ökonomie
Diskursakteur:
Emil Sänze

Autor: Andreas Kemper (Zitierhilfe)

Emil Karl Sänze ist seit Juli 2022 zusammen mit Markus Frohnmaier Landeschef der Alternative für Deutschland in Baden-Württemberg.

Emil Sänze bedient unter anderem die klassistische Narrative Parasiten, Akademisches Proletariat und Leistungsverweigerer in den Diskursthemen Politik/Demokratie, Bildung/Sprache und Arbeit/Ökonomie.

Klassistische Narrative bei Emil Karl Sänze

Die folgenden Ausdrücke bei Emil Karl Sänze sind als klassistisch identifiziert. Hierbei ist zu beachten, dass ein Ausdruck verschiedene Bedeutungen haben und für verschiedene Erzählungen - also für verschiedene Narrative - stehen kann. Daher findet hier nicht der Ausdruck an sich, sondern eine bestimmte Lesart dieses Ausdruck, ein bestimmtes Narrativ, nämlich das klassistische Narrativ, Beachtung.

Äußerungen von Emil Karl Sänze in klassistischen Narrativen

  • 09.11.2021: Der AfD-Abgeordnete Emil Karl Sänze schreibt in seinem Homepage-Beitrag „Anbiederung der Dilettanten“ u.a.:
„die autoritäre Herrschaft der völligen Dilettanten geht weiter, ja sie nimmt totalitäre Züge an […] das vordergründig Irrationale erklärt sich doch oft genug mit dem Unterbewussten. […] Die Macht der Instinkte soll man nie unterschätzen […] Lesen Sie einfach einmal wieder Hänsel und Gretel und überlegen Sie, aus welchem biologisch-instinktiven menschlichem Erbe solche nicht zu Unrecht ewigen Märchenmotive stammen. […] Auch Dilettanten wollen Anerkennung, auch wenn jeder Bürger mit Bildung und Kultur sie kopfschüttelnd verachtet. Und sie brauchen in unserer Ordnung demokratische Mehrheiten. Reale Probleme lösen sie nicht […] Nicht die Fehlorientierung unseres Bildungssystems, das weinerliche Staatsklientel schafft, die sich ihr Leben lang nur als Opfer geriert und mit moralischem Gestus parasitäre Privilegien erpresst. […] Sie lösen nichts: Nicht den aufgeblähten, zur Erziehungsbürokratie verkommenen Staatsdienst, dessen Diener diesen Staat verkörpern und diesen Staat (d.h. die ihn verkörpernden Parteien, bei denen sich Regierung und Opposition kaum unterscheiden lassen) wählen […] The LÄND, das klingt mir wie verkifftes, versifftes Jugendzentrum: Es ist ein Verspechen [!sic] für die Träumer, für die Leistungsverweigerer, für die Talentlosen, für die Freunde des parasitären Lebensentwurfs, von denen ja Marx selbst einer war […] Man hat die Standards der Gesellschaft, ihre Leitbilder, von Leistungsfähigkeit und Wettbewerb zu ideologisch-doktrinärem Dreck pervertiert, ein in der Wirtschaft nicht brauchbares akademisches Proletariat geschaffen. […] Man hat diese Leute als Klientel missbraucht und sie dazu mit nutzlosen Ideologiegespinsten und parasitären Beschäftigungsmodellen ausgestattet, in denen alle Diejenigen von Steuergeldern finanziert über die produktive Bevölkerung zu Moralrichtern gesetzt werden, die dem Staat ideologisch nahestehen, aber nichts kommerziell Verwertbares gelernt haben […] Wenn der objektive Wert einer Ausbildung sich in gesellschaftlich verwertbarer […]  Tätigkeit niederschlägt, sowie in Spitzenforschung, die zu Innovation führt – dann hat diese Politik weitgehend versagt, weil sie die intellektuelle bzw. leistungswillige Klasse [...] als Kriterium zugunsten der Masse ihrer wenig bis nichts leistenden Klientelgruppen vernachlässigt hat […] Sie hat es noch als „Gerechtigkeit“ und „Fortschritt“ dargestellt, wenn man Leute akademisiert, die für „harte“ Fächer mit harten Qualifikationskriterien nicht die Fähigkeiten mitbringen. Das war im Grunde eine Perversion des gut gemeinten wohlfahrtsstaatlichen Glücks- und Selbstverwirklichungsversprechens, in welches die Massendemokratie keine Bremse eingebaut hat. […] Die sollen vor allem die „richtige Gesinnung“ der arbeitenden Bevölkerung überwachen – denn wer arbeitet und keinen Freizeitüberschuss hat, sich indoktrinieren zu lassen, der neigt ja bekanntlich zum „politischen Extremismus“. Er will nämlich bleiben was er ist und lehnt die ständige Zumutung gegen seine Identität ab. […] Man hat die falschen Träume fettgefüttert, und alles, was wir als Gesellschaft einmal konnten und hatten, versinkt in den Händen dieser Dilettanten und Demagogen und wird zu Staub. […] Zugleich erleben wir eine Schicht von Jungpolitikern, die eigentlich nichts gelernt haben, als die Anführer von Straßen-Bewegungen verschiedener lautstarker Minderheitengruppen zu mimen.“[1]
(siehe auch Narrative: Totalitarismus, Instinkte, Parasiten, Rot-grün versifft, Leistungsverweigerer, Perversion, Akademisches Proletariat, Masse, Massendemokratie, Gesinnungspolizei, Identität, Absinken, Lautstarke Minderheiten, Unterbewusstsein)

Antiklassistische Diskurskoalitionen von Emil Sänze

Emil Sänze ist Landtagsabgeordneter der AfD und seit dem 17.07.2022 zusammen mit Markus Frohnmaier deren Vorsitzender. 2016, als eine Gruppe um Jörg Meuthen aus Protest gegen den Antisemiten Wolfgang Gedeon die AfD-Fraktion im Landtag Baden-Württemberg verließ, wurde der Gedeon-Unterstützer Sänze für ein paar Jahre stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Sänze gehört zu den Erstunterzeichnern des Stuttgarter Aufrufs, der als Ausdruck einer rechten Splittergruppe innerhalb der AfD gilt.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Emil Karl Sänze: Anbiederung der Dilettanten, in: Website von Emil Karl Sänze, Beitrag vom 09.11.2021
  2. Tilman Steffen: Stuttgarter Aufruf. AfD-Radikale rebellieren gegen Bundesspitze, in: ZEIT-online vom 31.10.2018 Link